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Ein Eis, 50 Kinder und eine Führungslektion

Dankbarkeit Positive Leaderh Positive Psychologie Selbstwirksamkeit

Hinweis: Dieser Text ist KI-gestützt entstanden – auf Basis meiner Lektüre, meiner Recherche und einer Geschichte, die ich letzte Woche selbst erlebt habe.

TL;DR

Gute Führung beginnt nicht erst bei Strategie, Struktur oder Zielbildern. Sie zeigt sich oft in kleinen Gesten, die Menschen spüren. Wer anderen bewusst etwas Gutes tut, stärkt Beziehung, Fairness und Verbundenheit – und erlebt nicht selten selbst einen spürbaren Energiegewinn. Genau darin liegt ein zentraler Gedanke von Positive Leadership: Führung wirkt nicht nur über Prozesse, sondern auch über Menschlichkeit.

Warum kleine Gesten in der Führung so wirksam sind

Eigentlich wollten wir nach dem Geschäftsessen nur noch ein Dessert. Nach langer und zäher Diskussion – Augenzwinkern – bei gutem Essen war klar: Es darf noch ein Eis sein. Also liefen wir zur Eisdiele ums Eck.

Dort angekommen standen wir plötzlich mitten in einer Szene, die ich so schnell nicht vergessen werde. Vor uns eine Gruppe Kinder im Grundschulalter, alle mit Rucksäcken. Die letzten bekamen gerade ihr Eis, während die Begleiterin in einem großen Ledergeldbeutel mit Reißverschluss nach dem Geld suchte und gleichzeitig versuchte, diese ganze Bestellung irgendwie zusammenzuhalten.

Mein erster Impuls war keine große Überlegung, sondern eine einfache Frage: „Darf ich das bezahlen?“

Die Rückfrage kam sofort. „Meinen Sie das ernst?“

„Ja klar.“

Der Mann hinter der Theke lächelte und nickte. Die Dame bedankte sich, ging zurück zur Gruppe, und wir bestellten unser Eis. Dann sprachen wir weiter, fast so, als sei gar nichts Besonderes passiert. Ich hatte den Moment innerlich schon wieder abgelegt.

Bis wir die Eisdiele verließen.

Von der anderen Straßenseite riefen uns ungefähr 50 Kinder ein langgezogenes „Vielen DAAAANK“ entgegen. Nicht höflich. Nicht routiniert. Sondern laut, direkt, fröhlich und mit voller Wucht.

Und genau dieser Moment hat nicht nur mir, sondern auch meinen beiden Begleitern einen echten Energieboost mit zurück ins Büro gegeben. Diese Welle aus Dankbarkeit hat uns regelrecht angeschoben. Anderen etwas Gutes zu tun, ist eben nicht nur nett. Es ist hochgradig selbstwirksam.

Was das mit Management und Führung zu tun hat? Eine ganze Menge.

Nicht, weil Führungskräfte jetzt regelmäßig Eis spendieren sollten. Sondern weil in diesem kurzen, unspektakulären Moment etwas sichtbar wird, das in vielen Organisationen unterschätzt wird: Menschen reagieren nicht nur auf Ziele, Prozesse und Ansagen. Sie reagieren auf Haltung. Auf Wertschätzung. Auf Fairness. Auf das Gefühl, gesehen zu werden.

Solche Gesten werden heute gern unter #payitforward gefasst: jemandem etwas Gutes tun, ohne direkte Gegenleistung zu erwarten. Für mich ist das hier aber weniger ein Trendbegriff als vielmehr ein Hinweis auf etwas Grundsätzliches: Gute Führung zeigt sich oft im Kleinen.

GoodJob_Japan
GoodJob_Japan

Denn Führung zeigt sich nicht nur in Zielsystemen, Strategiemeetings oder Entscheidungsvorlagen. Führung zeigt sich immer auch darin, welches soziale Klima jemand mitprägt. Menschen arbeiten schließlich nicht in einem Vakuum. Sie reagieren darauf, ob sie wahrgenommen werden, ob etwas fair wirkt, ob Beziehung möglich ist und ob sie den Eindruck haben, in einem menschlichen statt nur funktionalen System zu stehen. Genau deshalb bleiben kleine Gesten oft länger hängen als große Worte.

Was Wertschätzung, Fairness und Verbundenheit in Teams auslösen

Die Positive Psychologie liefert dafür einen spannenden Rahmen. Unter dem Begriff prosocial spending wird beschrieben, dass Menschen nicht nur Freude an dem erleben, was sie für sich selbst kaufen, sondern häufig auch dann, wenn sie bewusst Ressourcen für andere einsetzen. Die Grundidee ist so einfach wie kraftvoll: Geben kann glücklich machen. Nicht nur die anderen, sondern auch uns selbst.

The Happiness Advantage
The Happiness Advantage

Oder auf den Punkt gebracht: Prosocial Spending – Geld für andere auszugeben – steigert ebenfalls das Glücksempfinden.

Für Führungskräfte ist das hochrelevant. Denn sie verteilen jeden Tag Ressourcen. Nicht immer Geld, aber fast immer Aufmerksamkeit, Zeit, Anerkennung, Energie, Vertrauen, Möglichkeiten und Spielräume. Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht nur: Was kostet mich eine Geste? Die spannendere Frage ist: Was löst sie bei anderen aus? Und was verändert sie im sozialen Gefüge eines Teams?

Hier wird David Rocks SCARF-Modell interessant. Es beschreibt fünf soziale Dimensionen, auf die Menschen besonders sensibel reagieren: Status, Certainty, Autonomy, Relatedness und Fairness. Soziale Erfahrungen verarbeiten wir nicht neutral. Sie wirken entweder als Belohnung oder als Bedrohung. Genau deshalb ist das Modell für Führung so hilfreich: Es erklärt, warum manche Interaktionen Energie freisetzen und andere unnötig Stress, Rückzug oder Widerstand erzeugen.

Gerade kleine Gesten zahlen oft auf mehrere dieser Ebenen gleichzeitig ein. Sie stärken Relatedness, weil Beziehung spürbar wird. Sie erhöhen das Erleben von Fairness, weil Menschen merken, dass nicht nur Leistung gezogen, sondern auch etwas zurückgegeben wird. Und sie berühren Status, weil in einer aufrichtigen Geste immer auch eine Botschaft steckt: Du bist es wert. Ich sehe dich. Ich halte deinen Beitrag nicht für selbstverständlich.

Dazu passt dieser Gedanke sehr gut:

Brain at Work_David Rock
Brain at Work_David Rock

Für mich liegt darin eine oft unterschätzte Führungswahrheit: Gute Führung lebt nicht nur von Klarheit, sondern auch von bewusst gestalteter Menschlichkeit. Positive Leadership heißt nicht, alles weichzuzeichnen oder Konflikte zu vermeiden. Positive Leadership heißt, Bedingungen zu schaffen, unter denen Menschen eher ihr Bestes einbringen können. Und dazu gehören nicht nur Struktur, Richtung und Verantwortung, sondern auch Verbundenheit, Anerkennung und das Erleben von Fairness.

Was ich an dem Eis-Moment so mag, ist seine Schlichtheit. Es ging nicht um Heldentum. Nicht um Sichtbarkeit. Nicht um eine große Inszenierung. Es war einfach nur eine spontane Entscheidung. Und vielleicht war genau das ihre Stärke. Die Kinder haben nicht auf einen Betrag reagiert, sondern auf das Gefühl, dass da gerade jemand etwas gegeben hat, ohne etwas zurückzuverlangen.

Vielleicht ist das am Ende eine der unterschätztesten Wahrheiten guter Führung: Menschen verändern sich nicht nur durch Ziele, Prozesse und Ansagen. Sie verändern sich auch durch erlebte Qualität im Miteinander. Durch Fairness. Durch Verbundenheit. Durch Gesten, die mehr sagen als jede Folie.

Das beste Eis der Welt heute war deshalb nicht meins. Vermutlich war es das Eis der Kinder auf der anderen Straßenseite. Und gleichzeitig haben nicht nur sie etwas bekommen. Wir drei haben mindestens genauso viel mitgenommen: Energie, gute Laune und dieses seltene Gefühl, unmittelbar etwas Positives ausgelöst zu haben. Klassische Selbstwirksamkeit: Wer anderen einen guten Moment schenkt, bewegt oft mehr, als er in diesem Augenblick ahnt – bei den anderen und bei sich selbst.

Drei konkrete Dinge, die Führungskräfte sofort tun können

1. Jede Woche eine kleine Geste einplanen.
Nicht irgendwann, nicht bei Gelegenheit, sondern bewusst. Ein ehrliches Danke, ein Kaffee, ein handgeschriebener Zettel, ein kurzer Anruf nach einer harten Woche oder ein persönliches Lob vor dem Team. Kleine Gesten wirken gerade deshalb, weil sie unerwartet sind.

2. Anerkennung nicht nur empfinden, sondern aussprechen.
Viele Führungskräfte sehen gute Arbeit, sprechen sie aber nicht aus. Genau da geht Wirkung verloren. Wer Wertschätzung zeigen will, sollte sie konkret, zeitnah und persönlich formulieren. Nicht allgemein, sondern so, dass klar wird, was genau gesehen wurde. Mehr Details zu „Anerkennung aussprechen“ gibt es in diesem früheren Artikel.

3. Vor wichtigen Gesprächen mit der SCARF-Brille auf Fairness, Relatedness und Status achten.
Vor Feedback, Veränderungen oder Entscheidungen kurz prüfen: Stifte ich gerade Verbindung oder Distanz? Erlebt mein Gegenüber Fairness und Respekt? Stärke ich Status und Beziehung – oder beschädige ich beides unnötig? Wer so führt, kommuniziert nicht nur klarer, sondern auch wirksamer.

Welche kleine Geste hat in Ihrem Führungsalltag zuletzt einen echten Unterschied gemacht? Ich freue mich auf Ihre Erfahrungen, Gedanken und Beispiele – gern direkt im Austausch mit mir.

Quellen

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